49,47 Mrd Dollar | Deutsche Rüstung

Ref.: https://youtu.be/MuRfcMKh8Y4

Nato: Laut Verbund muss Deutschland massiv aufrüsten. Sucht man nach kritischer Auseinandersetzung mit diesem Ziel (2 Prozent des BSP), landet man bei relativ unbekannten Medien.

Kann es sein, dass wir uns der Vorgaben kritiklos beugen?

Der o.a. Film vom WDR widmet sich der Entstehung des deutschen Exportwunders nach 1945. Man muss sich wundern, wie korrupt die deutsche Politik noch unter Adenauer vorgegangen war, um die Wiederbewaffnung Deutschlands zu generieren. Niemand stellte die Entwicklung scheinbar ernsthaft in Frage.

Die Waffen aus Deutschland sind beliebt. Die Rüstungsindustrie – durch die Politik kontrolliert – boomt. Jedoch werden noch heute Rüstungsexporte im Geheimen entschieden und abgewickelt. 80.000 Arbeitsplätze sorgen für ein Milliardengeschäft.

Die Rüstungsausgaben innerhalb Deutschlands im Jahr 2018 lagen bei 49,47 Mrd US-Dollar. Lobbyisten haben entsprechende Eigeninteressen zu vertreten und geben vor. Zahlreiche Medienunternehmen von 1. Range sind durch den Lobbyismus infiltriert. Verknüpfungen von Interessensvertretungen der Rüstungsindustrie im Zusammenhang mit der Nato halten die Meinungshoheit. Fundamentale Recherchen im Hinblick auf die strategischen Ziele gibt es nicht. Die neue Herausforderung der Nato? China. Die alte und immerzu benannte Provokation? Russland. Folgt man hingegen der realen Bedrohung durch die geopolitischen Veränderungen im Zuge der Osterweiterung Europas, ist es Europa selbst, das hinsichtlich nachbarschaftlicher politisch-diplomatischer Anektierungen eklatante Grenzüberschreitungen zu verzeichnen hat. Im Auftrage von Eliten?

Wer profitiert? Wer verliert? Welche Herde gilt es zu beherrschen, wenn es nun heißt, Deutschland soll mehr Verantwortung übernehmen? Und wer redet unserer politischen Führung so etwas ein? Und warum?

Deutschland hat Kriege erlebt. Deutschland hat Kriege verloren. Man könnte meinen, Deutschland hat gelernt. Als Autor, der lediglich die aktive Kanzlerzeit von Helmut Kohl erlebte, dann die nachfolgenden Wechsel, habe ich die Verpflichtung zu erinnern.

„Von deutschem Boden darf nie wieder ein Krieg ausgehen.“ Mit dem Zitat von Willy Brandt wurde die Verpflichtung gegen Aufrüstung und Krieg von den Müttern und Vätern als Friedensgebot im Grundgesetz verankert.

Aber scheinbar ist es der amtierenden Regierung wichtiger, auf internationalem Druck hin, auf der großen Bühne das große Wort zu führen und aufgrund irreführender Außenpolitik etliche wirtschaftliche Kollateralschäden in Kauf zu nehmen. In der Folge spricht man über die Aufrüstung, die die nationale Sicherheit trotz fehlgeleiteter und führungsloser Trittbrettfahrerei und daraus resultierender massiver Probleme partnerschaftlicher Nationen sicherstellen soll.

Diese Ausrichtung teilen wir nicht.

Weder die Rüstung noch die extreme wirtschaftliche Bereicherung durch die Ausbeutung von Nationen sind zielführend für eine gesicherte, friedliche Zukunft. Rund 50 Milliarden Dollar in eine Branche zu schicken, die am Ende für die Zerstörung von Leben steht, sind mit dem ursprünglichen Moderatorenstatus Deutschlands nach zwei verlorenen Weltkriegen nicht vereinbar.

Der technologische Fortschritt muss weg von einer militärischen hin zu einer problemlösungsorientierten Investition geleitet werden. Rüstungslobby hat in dieser Zeit, in der sich viele gute gemeinsame, internationale Entwicklungen im Hinblick auf neue Energien oder Mobilität ergeben haben, in unserer Regierung nichts verloren. Es reicht, wenn wir – als Verteidigungsnorm – einen Status quo halten bzw. diesen gar durch diplomatische Bemühungen weiter abbauen.

Für die Nato heißt das auch, neu zu denken. Unpopuläre Gedankenspiele zu üben. Querzudenken. Sich vom großen Bruder USA nicht zwingen zu lassen und über diplomatische Allianzen zu debattieren, die in der Geschichte nicht angelegt sind. Wer sich die Nato leistet, muss über neue Partner nachdenken. Russlands Rolle als ewiges Feindbild eines kalten Krieges will überarbeitet werden. Der systemische Wettbewerb muss überwunden werden. Mit China haben wir das Gleiche.

Deutschland kann in der Zukunft eine Sonderrolle auf dem Globus spielen. Aber es müssen neue Dogmen her. Unser Vorschlag:

„Waffenfrei den Weltenwohlstand wagen – gemeinsam heißt auch intersolidarisch.“

Über

Marco D. Nattler & friends, Trainings- und Beratungsinstitut · Postfach 10 03 46 · 48052 Münster ViSdP: Marco D. Nattler, Münster (Freib. Steuernummer: 337/5189/1597)

Veröffentlicht in Allgemein

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